Freitag, 16. März 2012

2012-02 Malaysia, Penang - Part 4

20.02.2012

Am Montagmorgen, gegen 6 Uhr frueh, wurde ich dann unsanft aus dem Schlaf gerissen. Als wir dieses Hotel waehlten, hatte uns keiner vorgewarnt, dass dort eine Moschee, nur wenige hundert Meter vom Hotel entfernt, steht. Gegen 6 Uhr morgens ertoente eine singende Maennerstimme, die zum Gebet rief. Muslims beten 5 mal am Tag und jedes mal ertoent dieser Sprechgesang fuer rund eine halbe Stunde. Das machte mich fast wahnsinnig. Schlafen ging dabei gar nicht - also Ohrenstoepsel her und den Gesang damit abgeschaltet...

Zum Fruehstueck machten wir uns auf die Suche nach einem malaysischen Stand (das beste Essen bekommt man angeblich nur von einem 'hawker' Stand). Wir bestellten 'roti' mit Banane fuer mich und Johan bestellte 'roti tisu'. Ich sah dem Koch dabei zu, wie er 'roti tisu' herstellte - ein sehr aufwendiger Prozess. Aus einer Kugel Teig, formt er einen Fladen. Diesen Fladen nimmt er in beide Haende und wirbelt ihn solange in der Luft herum, bis er ganz duenn ist (duenn wie ein Taschentuch = tisu). Dann breitete er den hauchduennen Teig auf der heissen Kochplatte aus. Der Teig wurde sehr schnell knusprig und bevor er zu hart wurde, streute er Zucker darueber, rullte ihn zu einem Kegel zusammen und uebergoss ihn mit suesser Kondensmilch. So lecker. Hier ein Video, das ich auf Youtube fand: roti tisu

Da ich noch immer stark mit meiner Erkaeltung kaempfte, besorgten wir mir ein paar Medikamente. Auf dem Weg zurueck zum Hotel, kamen wir an einem Fisch-spa vorbei. Als wir den Raum betraten, erblickten wir 2 grosse Becken, sehr nett hergerichtet - ein Wasserspiel in der Mitte, Kissen ueberall verteilt und Fische wartend fuer die Kunden. Wir bezahlten EUR 5 pro Person und konnten bleiben, so lange wie wir wollten - wir waren die einzigen Kunden an diesem Morgen. Also setzten wir uns ans erste Becken, steckten die nackten Fuesse hinein und 'wusch' kamen alle Fische angeschwommen und begannen an den Fuessen zu nibbeln. Die Fische waren ziemlich gross - bis zu 10cm - viel groesser, als sie normalerweise sind. Daher war es manchmal ein wenig schmerzhaft, wenn die ganz grossen an ein und der selben Stelle rumknabberten - wie eine Holzpfeile. Johan steckte seine Fuesse zuerst hinein, nachdem ich ein wenig gefilmt hatte, steckte ich meine hinein und alle Fische schwommen zu meinen Fuessen und blieben dort auch - muss sehr leckere Fuesse haben. lol Nach einer halben Stunde, gingen wir zum zweiten Becken, legten uns hin und doesten fuer eine weitere halbe Stunde. So entspannend.

Dann bestiegen wir den Bus, der vor unserem Hotel stoppte und fuhren fuer EUR 0.50 pro Person zum Einkaufszenter 'Gurney Plaza'. Hier verbrachten wir den ganzen Tag. So viele Geschaefte und so viel guenstiges zum ansehen und kaufen. Wir schafften es nicht, alle Geschaefte zu besuchen, so muessen wir nochmal wiederkommen. Zu Mittag gingen wir in ein malaysisches 'Nyonye' Restaurant (Nyonye = Ureinwohner). Hier gab es Gerichte, die sie genauso kochten, wie die Ur-Malaysianer. lol Johan war gluecklich. Endlich wieder "richtiges" Essen, wie Mama es kocht.

Wir hatten Glueck. Da Johan malay ist, bekamen wir die besten Insider-Tipps. Wir erfuhren von einem malaysischen Nachtmarkt, wo nur Einheimische einkaufen und es daher noch viel guenstiger ist.

Als wir aus dem Bus stiegen, krochen mir verschiedene Gerueche in die Nase. Viele Staende waren hier im Zirkel aufgebaut. Essen, Schuhe, Getraenke, Fruechte, Hauswaren, usw. Ueblich ist es, das Essen zum mitnehmen zu kaufen. Sogar die Getraenke. Diese werden in eine Plastiktuete abgefuellt, mit einem Strohhalm versehen und dann zugebunden. Eine Schlaufe ermoeglicht, die Tuete am Mopedlenker zu haengen, sodass man auch waehrend der Fahrt trinken kann. Suppen werden ebenfalls in Tueten abgefuellt. So etwas habe ich zuvor noch nie gesehen.

Ich kaufte mir nichts zu essen, dafuer ein Paar neue Sandalen fuer unter EUR 3. Wir sahen dabei zu, wie sie an einem Stand ‘Sugar Cane Water‘ herstellten. Das Zuckerrohr wird durch eine Walze geschoben, sodass das Wasser nur so hinaus laeuft, was dann in einem Behaelter aufgefangen wird. Nachdem Johan sein Abendessen eingekauft hatte, fuhren wir zurueck zum ‘food court‘, wo ich mir wieder einen knusprigen Bananen-crepe kaufte.

2012-02 Malaysia, Penang - Part 3

19.02.2012

Es war Sonntag Morgen und wir hatten uns zum Fruehstueck mit Johan's Mutter und 4 weiteren Tanten verabredet. Diesmal gab es kein Hotelessen. Wir liefen durch die Strassen, durch dunkle Gassen, bis wir zu einem 'kopi tiam' kamen, einem 'Kaffeeshop'. Eigentlich ist es ein kleiner Raum mit Tischen und Stuehlen, ziemlich heruntergekommen und definitiv kein Ort, wo ich normalerweise Essen gehen wuerde. Vor dem Shop standen einige 'hawker stalls' (eine Kochstelle auf Raedern), wo man verschiedene Gerichte bestellen konnte - Nudeln, Reis, Reisnudeln, Curry, Fisch usw. Jeder 'hawker stall' verkauft etwas anderes, somit gibt es keinen Kampf um die Preise und Gaeste. Ziemlich klever. Das Essen wird hier auf Anfrage frisch hergestellt, die Zutaten dagegen liegen hier unabgedeckt neben der Kochstelle. Fleisch, Fisch und Nudeln befinden sich ohne Verpackung auf dem Regal. Die Gesundheitsbehoerde in Deutschland wuerde den Laden sofort schliessen, nicht hier in Malaysia. Als wir uns umsahen, wurde mir ein wenig komisch im Magen. All die Gerueche passten mir gar nicht. Ich bin es einfach nicht gewoehnt, herzhaft zum Fruehstueck zu essen. Dennoch probierte ich 'chee cheong fun' und 'char kway teow', orderte dann aber doch Ruehreier auf Toast fuer mich - fuer umgerechnet EUR 0.91! Woot!

Zurueck im Hotel, checkten wir mal wieder aus und Bill und Lilian brachten uns zum 'Ferringi Beach', wo wir allein fuer unsere letzten entspannten Tage in den 'Holiday Inn Tower' einbuchten. Bill und Lilian fuhren zurueck nach Kuala Lumpur, wo sie leben. Wir zogen in den 16. Stock, in ein grosses Zimmer mit Blick auf's Meer und einen riesigen Huegel am anderen Ende des Strandes. Bevor die Sonne unterging, schauten wir uns noch den Strand und die umliegenden Laeden an. Dann sprangen wir kurz in den Pool, der sehr angenehm war, und setzten uns danach fuer einen Cocktail (EUR 3.80 pro Cocktail) an die Poolbar.

Spaeter machten wir uns zum Abendessen auf die Suche nach einem 'hawker stall food court' (verschiedene Essensstaende, mit Sitzbereich und Selbstbedienung). An der Strasse entlang, auf beiden Seiten, wurden gerade Staende mit allem moeglichen aufgebaut - 'pasa malam' - ein Nachtmarkt fuer Touristen mit Handtachen, Schuhen, Souvenieren, usw. Wir liefen teilweise zwischen den Staenden und ab und an ausserhalb der Staende, auf der Strasse, um den nervigen Verkaeufern zu entgehen. Das wirkte fuer mich ziemlich gefaehrlich. Die Auto's brausten nur so - ganz nah - an uns vorbei. Einige Verkaeufer auf der anderen Strassenseite versuchten uns sogar etwas zu verkaufen. Sie riefen ueber die Strasse, in der Hoffnung, wir wuerden hinueber kommen. Super nervig.

Nach nur kurzer Zeit, fanden wir endlich einen 'food court'. Tische und Stuehle waren von 'hawker' Staenden umringt. Verschiedene Gerueche standen in der Luft, Menschen draengten sich an den Staenden vorbei oder sassen an den Tischen mit verschiedenen Gerichten. Hier gab es ueber 20 Staende und jeder bot etwas anderes an. Ich entschied mich dazu, 'chicken murtabak' zu probieren - Huehnchen und Zwiebeln im Roti-Teig. Zum Nachtisch probierte ich 'apam balik', Banane im crepe. Super lecker und fuer EUR 0.28 das Stueck nicht zu uebertreffen. Johan befand sich im Paradies. Endlich all die Gerichte wieder essen koennen, die er in den letzten Jahren nicht in Australien bekommen konnte. Auf dem Weg zurueck zum Hotel, kaufte sich Johan 'jambu guava', in Scheiben geschnittene Guavefrucht mit wuerzigem Pulver. Super komischer Geschmack - sauer und wuerzig.

2012-02 Malaysia, Penang - Part 2

18.02.2012

Es stellte sich heraus, dass das Bett ganz okay war, solange man nur auf dem Ruecken schlief. Samstag Morgen standen wir gegen 7.30 Uhr auf (von wegen Urlaub) und genossen das Fruehstueck im Hotelrestaurant. Natuerlich wie im asiatischen Land anzunehmen, servierten sie Curries, Reis, Nudeln, Nasi Lemak (Kokusnussreis, gruene Gurke, gekochtes Ei und Samba). Keine Ahnung wie man am fruehen Morgen so etwas essen kann. Zum Glueck fand ich ein paar Croissants und Marmelade.

Danach machten wir uns chic fuer die Hochzeit. Ich hatte ein limettenfarbenes langes Kleid von einer Freundin geborgt, dass ich mir ueberwarf. Dann fuhren wir zu Tante Winnie's Haus. Das Haus stand in einer besseren Gegend, Haus an Haus mit den Nachbarhaeusern und war 2stoeckig. Bevor man hier ein Haus betritt, muss man seine Schuhe ausziehen. Vor Winnie's Eingangstuer tummelten sich einige Schuhpaare... Die Raeume waren sperrlich bestueckt und die Moebel waren zusammengewuerfelt von alten Moebeln der Geschwister. Vor dem Haus war ein kleiner Vorhof, auf dem normalerweise das Auto geparkt wird, heute stand dort ein mit malaysisch/chiniesischen Kuchen und Rohrzuckergetraenken gedeckter Tisch und ein paar Stuehle. Sobald jemand ein Stueck Kuchen von einem der vielen Teller nahm, wurde sofort aufgefuellt. Ein wenig wie Tischlein-deck-dich. lol

Waehrend wir auf den Braeutigam warteten, fuehrten sie mich im Haus umher, schossen Bilder von uns und der Braut und boten uns Fruehstueck an - Nasi Lamak. *urgh*

Die Hochzeit verlief nach einem ungeschriebenen Plan/Regeln - chinesische Tradition. Und im Endeffekt war die ganze Hochzeit nur fuer die Familie. Die Familie bestimmte, was wann geschah und wie schnell etwas getan wurde. Und jede Tante und jeder Onkel gab seinen Senf dazu. Grausam. Fuer mich wirkte das alles wie ein Rollenspiel des Paares fuer die Familie.

Die Tradition:

Der Braeutigam wurde in einem der zwei Hochzeitswagen vorgefahren – zwei, da das Brautpaar nicht zusammensein durfte, solange sie nicht verheiratet waren. Allerdings war es ihm nicht erlaubt, einfach so auszusteigen. Er musste warten, bis jemand ihm die Tuer aufmachte. Nicht irgendjemand, es musste ein Junge unter 10 Jahren sein, mit einem kompatiblen Sternzeichen zu dem des Braeutigams. Nachdem dieser die Tuer oeffnete, erhaelt er ein 'ang pau' (einen Umschlag mit ein wenig Geld) vom Braeutigam.

Der Vater der Braut laed den Braeutigam dann zu Kuchen und was zu trinken ein. Nur der Braeutigam und seine maennlichen Freunde waren erlaubt am Tisch zu sitzen. Waehrend sie assen, ueberreichte er seiner zukuenftigen Schwiegermutter ein Geschenk - dies war eine runde Holztruhe mit mehreren Schichten, darin waren einige Orangen und einige Flaschen Alkohol. Es ist unhoeflich, alles zu behalten, somit nimmt sie nur die Haelfte heraus und gibt die andere Haelfte zurueck. Nachdem die Maenner einige Stuecke verzehrt hatten, lud der Vater der Braut den Braeutigam ins Haus ein. Dieser setzt sich dann ins Wohnzimmer (ein Stuhl wurde dort bereits plaziert). Von der Braut ist noch nichts zu sehen oder hoeren. Der Junge von zuvor bringt dem Braeutigam eine Tasse Tee, dieser muss die Tasse austrinken und ueberreicht dem Jungen dann erneut ein Geldpaket. Nun darf er die Treppen hinauf gehen und seine Braut erobern. Nach wenigen Minuten kommen sie dann hinunter, Bilder werden geschossen. Beide muessen erneut fuer einige Minuten auf den Stuehlen im Wohnzimmer platznehmen – mehr Bilder werden geschossen. Dann steigt die Braut in ihren Wagen und der Braeutigam in den anderen und alle fahren zur St Anne's Kirche.

Rund 50 Leute nehmen dort platz, Faecher wurden verteilt - die Hitze war fast unertraeglich. Nur vom Sitzen rannte mir das Wasser den Ruecken runter und natuerlich gab es keine Klima hier, nur Ventilatoren. Der Braeutigam betrat die Kirche und wartete auf seine Braut, die nur wenig spaeter vom Vater hinein begleitet wurde. Eine Stunde Gesang und Gebete folgten - natuerlich nach Plan. An einer Stelle nahmen sich alle an die Hand, ein Maedel neben mir ergriff meine und wollte diese fast nicht mehr loslassen. Dann wuenschte jeder allen Personen neben, vor und hinter einem "Der Friede sei mit dir." Natuerlich drehten sich die Leute vor uns auch zu uns um und die Leute hinter uns und neben uns wuenschten dies uns ebenfalls. Ich fuehlte mich unbehaglich. Ich bin nicht religioes und finde das alles ist nur ein sehr unglaubwuerdiges Spiel. Was sagt man also den Leuten, ohne diese Worte nutzen zu muessen und dennoch deren Glauben zu respektieren. Also bedankte ich mich nur. Dann wurden die Ringe uebergeben - waehrend je eine Person neben dem Paar stand und einen Zettel mit dem Geluebde hochhielt. Das Geluebde wurde dann vorgelesen. Ich fand, das war sehr unpersoenlich. Die haben sich nicht mal dabei in die Augen geschaut, als sie sich versprachen fuer immer und ewig fuereinander da zu sein. Dann zuendeten sie zusammen eine Kerze an, 'assen' die Obfergabe (das runde Plaettchen, was ihnen der Priest in den Mund legt) und dann kuesster er die Braut. Nach ein paar geschossenen Fotos, machte sich das frisch vermaehlte Paar mit allen Familienmitgliedern des Mannes auf zum Haus seiner Familie. Dort wurde sie dann offiziell der Familie vorgestellt. Die Familie der Frau durfte nicht dabei sein.

Also machten wir uns wieder auf den Weg zu Winnie's Haus, um zu Mittag zu essen. Es gab einen Mix aus chinesischem, malaysischem und typischem Penang Essen - fried chicken, Curry, asiatische Salate, Schwein und Reis. Einige Familienmitglieder benutzten ihre Haende um den Reis und das Curry zu essen. Als ich danach fragte, erklaerten sie mir, dass Malays traditionell mit Fingern essen. Die Anderen assen mit Loeffel und Gabel. Messer werden hier nicht genutzt. Sie erklaerten mir, dass Malays mit Fingern oder Loeffel und Gabel essen, Chinesen essen meist mit Chopstix. Also versuchte ich mein Fleisch mit Loeffel und Gabel noch ein wenig mehr zu zerteilen - harte Arbeit. Der Vater der Braut verteilte dann kleine Geschenke an alle weiblichen Familienmitglieder - fuenf verschieden grosse Taeschchen sehr schoen verziert.

Dann machten wir uns auf den Weg zum neuen Hotel 'Traders', wo alle Gaeste die Nacht verbrachten - die Feier wird dort im Hotel ebenfalls statt finden. Diesmal nahmen wir die Faehre ueber den Fluss, um dem Stau auf der Bruecke zu entgehen. Dennoch waren die Strassen voll. Wie hier ueblich, war der Verkehr verrueckt. Hupen wurden hier regelmaessig benutzt, als Zeichen fuer "Achtung, ich komme." und "Weg da." und "Du bist viel zu langsam unterwegs." Bill fluchte alle fuenf Minuten. Nachdem wir den Fluss mit der Faehre ueberquerrt hatten und Penang erreichten, wurde der Verkehr noch schlimmer. Die Strassen waren voll, man konnte kaum einen Flecken Strasse erkennen, Auto's dicht an dicht. Auf dem Fussweg erblickte ich einen Mann (Obdachloser), der mit nur einem Badetuch um seine Huefte bekleided war. Er nahm eine Dusche unter dem Wasserstrahl eines kaputten Huedranten. Als er fertig war, lief er ueber die Strasse, bis er zwischen den vielen Auto's verschwand.

Nachdem wir eingecheckt hatten, ging ich mit Lilian und Bill in ein Cafe. Wir brauchten nun dringend einen Eiskaffee. Obwohl mich mein Reisedoktor zuvor gewarnt hatte, hier Eiswuerfel oder Milchprodukte zu trinken, bestellte ich einen Eiskaffee mit Milch, Eis, Eiswuerfeln und Sahne. Es schmeckte gut, konnte also nicht schlecht fuer mich sein, oder? Nur wenig spaeter gurgelte es in meinem Bauch dramatisch. oh ohh. Zum Glueck hielt das komische Gefuehl nicht sehr lang an...

Gegen 18 Uhr war dann die Tee Zeremony angesetzt. Ich trug mein rotes Abendkleid und hoffte, dass ich die richtige Wahl getroffen hatte - ich wollte aus Respekt nicht zu viel Haut zeigen. Als wir den Vorsaal erreichten, warteten schon einige Leute. Und innerhalb der naechsten Stunde, trafen rund 500 Gaeste ein. Solange wir warteten, reichten sie Getraenke und eine Gruppe junger Maenner spielte klassische chinesische Musik. Dann endlich traf auch das Brautpaar ein, somit konnte die Tee Zeremony beginnen. Alle begaben sich in einen recht kleinen Raum (die Familie nahm im Raum platz, alle anderen Gaeste durften von der Tuer aus zuschauen). In der Tee Zeremony wird nun der Mann der Familie der Frau offiziel vorgestellt. Zuerst nimmt der aelteste maennliche Verwandte mit Partner platz. Das frisch vermaehlte Paar ueberreicht ihnen ein Schaelchen Tee und ein kleines Geschenk. Nachdem sie den Tee getrunken und das Geschenk akzeptiert haben, erlauben sie dem Braeutigam sie bei dem Vornamen anzusprechen (jemandem bei dem Vornamen anzusprechen wird in manchen Kreisen als unhoeflich bezeichnet). Danach ueberreichen sie dem verheirateten Paar einen Umschlag (ang pau) mit ein wenig Geld. Dies ging fuer etwa eine halbe Stunde so - aelteste maennliche Verwandte, dann aelteste weibliche Verwandte usw. Danach durfte sich das Paar hinsetzen und alle Verwandten die juenger waren als sie stellten sich dem Paar vor - die Rangfolge war die Selbe. Da Johan der Aelteste war, war er als erster an der Reihe. Johan's Familie deutete, dass ich ebenfalls mit ihm nach vorne treten sollte. Ich wusste zu dem Zeitpunkt noch nicht wirklich, worum es bei dieser Zeremonie ging. Obwohl ich mich weigerte, schoben sie mich nach vorn. Das Paar erklaerte uns, dass wir sie Schwester Imelda und Bruder Vincent nennen koennen. Wir erwiederten das Gleiche mit unseren Namen. Dann ueberreichten sie uns je ein 'ang pau'. Wir bedankten uns und setzten uns wieder. Spaeter schauten wir in den Umschlag und fanden RM8 (EUR 2). lol

Nachdem die Zeremonie beendet war, oeffneten sie die Tueren zum Saal, wo wir rund 40 gedeckte Tische mit je 9 Stuehlen vorfanden. Auf dem Tisch befand sich ein riesiger Drehteller, Blumen, chinesisches Geschirr, Chopstix (und Chopstix als Geschenk zum Mitnehmen), eine kleine rote Box (in der befand sich ein Stueck des Hochzeitskuchens) und ein Strauss Kuchen (Ja das ist richtig. Ein Strauss Kuchen! Eine Kugel Kuchenteig um die Spitze eines Holzstocks gebacken und mit Zuckerguss verziert, hergerichtet wie ein Blumenstrauss). Wir nahmen alle platz, ich hatte einen guten Blick auf die Buehne und den Tisch des Brautpaares. Als das Brautpaar auf dem roten Teppich herein kam, schmissen wir Blumenkonfetti und Reis. Waehrend Bands Musik spielten - erst malaysische und kantonesische, dann englische Songs - brachten sie 8 verschiedene Gerichte auf den Tisch.

1) Prawn Salat mit Fruechten, kross gebratene Entenstuecke, Qualle, baby Octopus und Huhn.

2) Doppelt gekochte Huehnersuppe (das Huhn hat angeblich weisse Federn, aber die Haut ist schwarz) mit getrockneten Jakobsmuscheln, Fischeiern und Bamboomark.

3) Knochenloses Huhn mit chinesischer BBQ Sauce und frittierten Zwiebelringen.

4) Geschmorte mexikanische Abalone mit schwarzen Pilzen und Brokoli.

5) Im Wok fritierte Prawns in Cheddar.

6) Geduensteter Grouper (Zackenbarsch) in Soy Sauce.

7) Krosse Eiernudeln (Sang mee) mit Seafood.

8) Doppelt gekochte Meereskokusnus mit 'Snow Fungus' (Silberohr Pilz) - Nachtisch.

Ich probierte alles, auch wenn einige Dinge sehr komisch aussahen oder komisch rochen. Aber wann bekommt man schon mal die Moeglichkeit, ein schwarzes Huhn oder Qualle zu essen!?

Waehrend des Essens, stiessen wir alle auf's Brautpaar an. Tradition ist es hier, laut 'yum seng' (Prost) zu rufen, waehrend sich das Paar kuesst - das soll viel Glueck bringen. Je laenger die Gaeste 'yuuuuum' sagen, desto laenger muessen sie sich kuessen. Der Raum wurde lange vom 'yum'en erfuellt, bevor dann alle lautstark 'seng' riefen. Die Musikrichtung aenderte sich am spaeteren Abend sehr - sie spielten 'Take me home, country road' und 'YMCA' usw. Jeder sang mit und viele tanzten auf der Tanzflaeche. Da Johan's Familie ihn gerne tanzen sehen wollte, zeigten wir ihnen einen cha cha. Jeder schaute uns zu und applaudierte danach. Da ich noch immer mit meiner Erkaeltung kaempfte, entschieden wir uns dazu, gegen Mitternacht ins Bett zu gehen - die Party ging auch ohne uns weiter...

2012-02 Malaysia, Penang - Part 1

17.02.2012

Am Freitag Morgen nahmen wir ein Taxi zum Flughafen. Wir standen ewig in der Schlange zum check-in, sodass wir schon befuerchteten, dass wir unseren Flieger verpassen werden. Typisch MalaysiaAirline!

Mein neuer Koffer is super, laesst sich super leicht umher rollen. Der Kauf hat sich jetzt schon fuer mich gelohnt. Nachdem wir endlich eingecheckt hatten, ging es durch den Security-check. Natuerlich wurde ich wieder einmal herausgepickt, um den Sprengstofftest zu machen. Seh ich etwa nicht vertrauenswuerdig aus?

Dann ging es durch eine zweite Kontrolle, hier pickten sie die Person vor mir raus. *puha*

Gegen 10 Uhr morgens startete unser Flieger dann in Richtung Malaysia - mit Zwischenstop in Kuala Lumpur. Wir hatten zweit Sitze in der Mitte des Fliegers, doch tauschten nach dem Abheben die Plaetze zu Fenstersitzplaetzen. Im Sitz vor uns waren kleine Monitorwunder eingebaut. Damit konnte man alles machen und definitiv die naechsten 7 Stunden vertreiben. Man konnte TV schauen, Musik hoeren, lesen, Spiele spielen, Kinofilme schauen, usw.

Als wir ueber K.L. einflogen, flogen wir direkt in einen Sturm und der Flug und die Landung bekam sehr unangenehm. Da ich schon seit einigen Tagen eine Erkaeltung hatte und mein Magen ein wenig Probleme machte, ging es mir nach nur wenigen Luftloechern nicht mehr sehr gut. Noch bevor die Raeder den Boden beruehrten musste ich von der Tuete im Sitz vor mir gebrauch machen. Nur wenig spaeter scherzten wir darueber, da wir uns vor einigen Tagen ueber das Essen und die Hygiene in Malaysia unterhalten hatten und befuerchteten, dass ich mir Bakterien einfange und tagelang im Hotelzimmer liege und mich uebergeben muesse. Ich war noch nicht mal in Malaysia gelanded und musste mich schon uebergeben. Lol

In K.L. gelanded, stiegen wir in den Zug, der den Internationalen Flughafen mit dem einheimischen Flughafengebaeude verband. Dann ging es durch die Einwanderungskontrolle, wo alles gut lief. Johan befuerchtete, dass er in Schwierigkeiten kommt, da er nun einen australischen Pass hatte, seinen malaysischen aber noch nicht abgemeldet hatte. Dann ab in den naechsten Flieger und ab zur Insel Penang.

50 Minuten spaeter, gegen 17 Uhr, landeten wir und wurden von Johan's Mutter, Lilian, und ihrem Mann, Bill, abgeholt. Wir traten raus und obwohl es sehr wolkig war, war es dennoch heiss und auch die Luftfeuchtigkeit war sehr hoch. Der Verkehr war grausam. Regeln gab es hier wohl nicht. Fahrzeuge fuhren in der Mitte der zweispurigen Fahrtrichtung, Motorraeder schlaengelten ihren Weg durch die vielen Fahrzeuge. Es wunderte mich, dass sie ueberhaupt einen Helm trugen, aber das war, wie ich erfuhr, angeblich Pflicht. Wir fuhren ueber die Bruecke von Penang zurueck auf's Festland nach ‘Butterworth‘. Auf der Bruecke steckten wir fuer einen 30 Minuten-Weg fuer 2 Stunden im Stau. Es ging nur schleppend voran, Auto's hupten wie die Wilden, Motorraeder zwaengten sich am Brueckenrand im hohen Tempo an den wartenden Auto's vorbei. Ich war ueberrascht, dass sie nicht in einen Unfall verwickelt wurden und ueber die Bruecke hinausfuhren und im Wasser landeten. Der Verkehr erschien mir wahnsinnig und jeder fuhr, als sei er der Einzige auf der Strasse oder von jedem anderen Strassenteilnehmer nur behindert.

Dann erreichten wir endlich unser Hotel, IXORA. Die Zimmer waren sehr geraeumig und nett eingerichtet. Johan sprang auf's Bett, wie er es jedes mal tat, in Erwartung, dass ihn das Bett abfederte. Doch er prallte nur auf's - das Bett war steinhart. Wir machten uns fertig, um zum Empfangsdinner nach ‘Bukit‘ zu fahren. Schliesslich waren wir hier zur Hochzeit seiner Cousine Imelda. Fuer das Essen hat Imelda's Familie ein Restaurant beauftragt. Da das Restaurant zu klein war, haben sie einfach die Strasse gesperrt, Tische und Stuehle und ein riesiges Bierzelt aufgebaut - ohne jegliche Erlaubnis! Das Restaurant war unter dem Namen "The big fish house" bekannt. Im Restaurantgarten ist ein Teich und in dem schwimmen ein paar Fische. Vor vielen Jahren hat jemand das Wasser mit dem Wasser aus der Leitung ausgetauscht. Im Leitungswasser war allerdings so viel Chlor, sodass die Fische im Teich ausstarben, bis auf einen. Dieser wuchs und wuchs und bekam sogar riesig - so bekam das Restaurant den Namen.

Zum Dinner waren rund 50 Leute eingeladen. Serviert wurde ein Buffett - Reis, Curry, Satay, Nudeln, Huhn, Meeresfruechte und ein ganzes Schwein mit krosser Haut. Es gab auch ein paar Kuchen zur Auswahl. Allerdings werden die malaysisch/chiniesischen Kuchen hier ganz anders hergestellt - meist aus geduenstetem Reis, Kokusnussmilch und Pandan-Blaettern. Sehr komisch, weder suess noch sauer. Bevor wir uns auf's Essen stuerzten, begruessten wir erstmal alle. Johan erkannte die meisten Gesichter wieder und seine Familie war froh, ihn mal wieder zu sehen (nach rund 2 Jahren). Mich stellten sie als seine Frau vor, obwohl sie es besser wussten. Vermutlich haengt das mit deren Religion zusammen. Malaysia ist ein Muslimland, hier heiratet man sofort. Seine Tanten (davon hat Johan einige, da es hier normal ist, mit 6-7 Geschwistern aufzuwachsen) mochten mich sofort und nahmen mich hier und da zur Seite und erzaehten mir ein wenig ueber Johan als er noch klein war. Leider verstand ich nur die Haelfte, wenn ueberhaupt. In Malaysia sprechen sie Englisch mit Malay, Chinesisch und vielen Dialekten gemischt. So sprachen sie auch mit mir in ihren hundert verschiedenen Dialekten. Ich nickte nur freundlich und laechelte. Es machte keinen Sinn sie daran zu erinnern, dass ich nur Englisch sprach, im naechsten Moment war das eh wieder vergessen. Wir assen und lachten und quatschten durch die Nacht bis nach Mitternacht.

Montag, 13. Februar 2012

2012-02 neues Jahr, neues Haus, neue Laender zu bereisen

30.12.2011 Freitag
Heute ging es an den Strand (ich hatte frei), um rechtzeitig zum neuen Jahr noch schoen braun zu werden. Das Wasser ist noch immer eine schoene Abkuehlung. Nachmittags gesellten sich dann auch noch ein paar Freunde zu mir und auch Johan kam noch nach der Arbeit vorbei.

31.12.2011 – 01.01.2012
Zu Silvester waren wir dann zu Sam’s und Sarantos’ Haus zur Poolparty eingeladen. Wir waren rund 20 Leute, die sich abwechselnd mit Pool-Volleyball die Zeit vertrieben. Ein Schwein drehte sich am Spiess ueber den heissen Kohlen, die Getraenke waren kalt gestellt und der Tisch gedeckt mit vielen Leckereien. Um Mitternacht sprangen wir dann alle zu gleich in den Pool (nicht, dass ich den Pool wirklich verlassen hatte).

Am naechsten Morgen ging es mir dann gar nicht gut. Ich hatte nicht wirklich etwas getrunken. Das konnte also nicht vom Alkohol kommen. Meine Haut fuehlte sich unangenehm an, ich hatte Kopfschmerzen und auch so fuehlte ich mich nicht – vermutlich zu lange im Pool gewesen!

02.01.2012
Am Montag sind Johan und ich dann schnorcheln gefahren. 1.5 Stunden von uns entfernt ist das ‚Second Valley’ (drei Buchten umringt von einem Berg) wo man angeblich viel sehen kann. Leider war es - trotz Hitze – ziemlich windig. Somit war der Meeresgrund ein wenig aufgewuehlt. Das Wasser war ziemlich kalt (waermt sich hier in Adelaide nie wirklich auf), daher sind wir mit Hemd und Hose (Johan in seinem Taucheranzug) hinein. Zuerst haben wir nichts weiter als Seegras gesehen (obwohl mir das ziemlich unheimlich war, bin ich dennoch hinueber weg getaucht – man weiss ja nie, was dort unten sich so versteckt). Und da die Sicht nicht sehr gut war, war ich ein wenig beunruhigt, ploetzlich einen Hai vor uns auftauchen zu sehen. Aber nichts geschah. Also sind wir wieder raus und rueber zur naechsten Bucht. Dort sahen wir drei Jungs mit Speeren. Hier war kein Seegras, nur Steine und endlich sahen wir dann auch ein paar Fische. Wir schwammen durch einen Schwarm aus hunderten kleiner Fische, sahen vier etwas groessere und schwammen an einer Hand voll Kalamaren vorbei, die nur so ueber dem Meeresboden schwebten. Echt cool. Da es aber ziemlich kalt wurde, gingen wir raus und zur dritten Bucht (dem Strandpart von Second Valley). Hier waermten wir uns auf, bevor wir wieder nach Haus fuhren.

Vielen Dank noch mal an meine Eltern, die mich liebenswerterweise mit einer Tuete voll Raeucherkerzen und meinem alten Raeucherhaeuschen versorgt haben (gibt’s hier nicht zu kaufen). Weihnachten ist hier eben doch ganz anders. Und so ganz ohne Weihnachtsduefte, macht es keinen Spass… Dicken Kuss an euch. Ihr habt Weihnachten gerettet. lol

Habe Johan zum neuen Jahr dann „Dinner for One“ gezeigt. Er kannte es gar nicht. Angeblich ist es nur in Deutschland so beliebt. Und obwohl es eine englische Produktion ist, kennen nicht einmal Englaender „Dinner for One“. Ich weiss, wir haben’s schon hundert mal gesehen. Aber sogar noch beim hundertundersten mal warte ich darauf, dass James ueber den Baerenkopf springt… lol

09.01.2012
Am Montag konnten wir dann endlich unsere Schluessel für das neue Haus abholen. Wir waren schon so aufgeregt. Wir brachten schon ein paar Kartons mit uns und ich nutzte den Abend, die Raeume auszumessen und die Zimmer zu planen.

13.01.2012
Am Freitag Nachmittag trafen wir uns dann wieder im neuen Haus, um es für den Umzug am Sonntag zu reinigen. Da fiel mir erstmal auf, wie viel groesser es ist. Nun haben wir also nicht nur mehr Platz, sondern auch mehr zu reinigen. :( Dennoch sind wir gluecklich, dass wir es genommen haben. Wir haben 2 Badezimmer, eine Gaestetoilette, 3 Zimmer, Wohnzimmer mit offener Kueche, einen Waschraum und einen begehbaren Ablageschrank. In jedem Zimmer ist ein Kleiderschrank eingebaut, im Schlafzimmer ist er sogar begehbar. Der Garten ist super, keiner kann wirklich hinein sehen.

15.01.2012
Sonntag Morgen holten wir dann den Truck ab. Kaum zurueck im alten Haus angekommen (gerade rechtzeitig, bevor unsere Helfer eintrafen) stellten wir fest, dass wir den SACKTRACK vergessen hatten. Also wieder umgekehrt und das Ding schnell noch geholt. Nachdem wir dann alle einen Kaffee getrunken hatten, ging es los. Ich hatte schon alle Kartons in der Garage aufgestellt und die meisten Sperrstuecke in die Kueche, das machte das ganze viel einfacher. Gegen Mittag, rechtzeitig, waren wir mit dem Aufladen dann fertig. Unsere Moebel passten gerade so in den Truck. Zum Glueck entschieden wir uns dazu, unsere Couch wegzugeben und eine neue zu kaufen. Die haette naemlich nicht mehr in den Truck gepasst. Lol

Dann ging es zum neuen Haus. Erst zur Staerkung ein paar Subway-Sandwiches und ein paar kuehle Getraenke. Zum Glueck war es nicht zu heiss. Nachdem die Jungs dann den Truck ausgeladen hatten, halfen sie mir noch, alles zusammen zu bauen, waehrend Johan die Couch und den Truck weg brachte. Gegen 16 Uhr konnten wir uns dann den Kisten widmen. Leider fanden wir ein paar Dinge im Haus, die noch nicht fertig gestellt waren. Wir haben kein TV, da sie vergessen haben, die Antenne zu installieren. Die Waschmaschine kann nicht in den Schrank geschoben werden, da keine Loecher im Schrank zu den Anschluessen vorgesehen sind. Ein Fenster ging nicht zuzuschliessen und die Telefonleitung ist noch nicht angemeldet worden. Der Eigentuemer ist Idiot, der sich mehr um seine Hobbies kuemmert, als die Dinge zu reparieren, die noch fehlen. Aber zum Glueck haben wir einen Agenten, an den wir uns wenden koennen.

Die erste Nacht war komisch im neuen Haus. Ich war fast zu aufgeregt, zum schlafen. Mein Weg zur Arbeit ist nun rund 15 Minuten länger, aber das macht nichts. Die Sonne scheint schon warm gegen 8 Uhr morgens, die Voegel fliegen und die Palmen leuchten magisch im Sonnenlicht…

Leider muss ich mich noch an die Lage der Zimmer gewoehnen. In der zweiten Nacht, lief ich gegen die Badezimmertuer. Ich wachte mitten in der Nacht auf und musste zum Klo. Im Gegensatz zur alten Wohnung ist unser Schlafzimmer hier richtig duster. Also ertastete ich meinen Weg im Dunkeln (hasse Licht, wenn ich im Halbschlaf bin) und verfehlte die Tuer mit meinen Haenden, aber nicht mit meinem Gesicht. Ich rannte mit meiner Nase direkt in die Schiebetuer. :(

18.01.2012
Am Mittwoch musste ich dann wegen meines Magens zur Untersuchung ins Krankenhaus. Ich habe angeblich einen sehr sensiblen Magen. Nun muss ich drauf achten, was ich esse und mein Stresslevel niedrig halten.

22.01.2012
Am Sonntag fuhren wir dann zu IKEA. Wir brauchten noch ein paar Moebel und Dekoration. Also kauften wir eine neue Couch, rot und super bequem (Mam, du erinnerst dich vielleicht noch daran, dass wir - du, Daniel und ich – mal zusammen im IKEA auf einer weissen, grossen Couch sassen, die ich so mochte. Genau die haben wir gekauft.) Johan kam zu mir und meinte, er wollte diese Couch schon immer haben… Was für ein schoener Zufall. Für mein Kreativzimmer, kauften wir einen zusammenklappbaren Arbeitstisch, auf dem ich mich kreativ austoben kann. Dazu einen kleinen Ablageschrank für meine gemalten Bilder. Noch am selben Abend, schraubte ich alles zusammen. Konnte es kaum erwarten. Ich schraubte und haemmerte bis nach Mitternacht. Zum Glueck haben wir verstaendnisvolle Nachbarn. :)

28.01.2012
Am Samstag veranstalteten wir dann den Salsaball in unserem Tanzstudio. Wir hatten rund 15 Tanzgruppen, die ihre Routine vorfuehrten. Das Thema der Nacht war ‚Cabaret’. Wir richteten das Studio angemessen her und kleideten uns dementsprechend. Super Abend.

29.01.2012
Am Sonntag ging es wieder in den Pool in Sam’s Haus. Hier ist es nun fast taeglich fast 40 Grad. Ich muss mir wohl bald ein neues Auto zulegen – eines mit Klima…

Johan und ich haben den naechsten Urlaub geplant. Da uns seine Cousine zur Hochzeit nach Malaysia eingeladen hat, wollen wir die Gelegenheit nutzen, sodass ich die Familie kennen lernen kann. Wir fliegen also Mitte Februar nach Penang und bleiben 9 Tage. Am ersten Wochenende ist die Hochzeit – angeblich ueber 3 Tage, mit viel zu essen. Bin sehr gespannt, wie Hochzeiten dort ablaufen und ich bin gespannt auf die malaysische Kueche. Johan schwaermt so viel davon. Wir werden rund 7.5 Stunden von Adelaide nach Kuala Lumpur fliegen und von dort geht’s dann nach Penang mit rund einer Stunde Flugzeit. Nach dem Hochzeitswochenende, geht’s für uns dann weiter zur anderen Seite der Insel, wo wir die restlichen Tage ausspannen werden. Ich freu mich schon so sehr.

02.02.2012
Heute Morgen ist Johan nach Sydney geflogen. 4 Tanzgruppen von unserem Tanzstudio treten dort beim Salsa Festival auf. Johan tanzt im Salsa Pro Team, im Bachata Pro für Paerchen und er tritt mit seinem Man-Styling Team auf. Ich bin also die naechsten Tage hier allein. Habe meine Zeit auch schon sinnvoll genutzt. Hatte eine Massage, schwamm ein paar Runden im Schwimmzenter und haengte meine Haengematte im Garten auf. Ueberm Gartenbeet, unter einem Feigenbaum (der ragt vom Nachbar rueber und ist voller noch nicht ganz reifer Feigen) mit Blick auf eine riesige Palme. Hier liege ich nun in der Sonne, beobachte die Voegel und aktualisiere meine Seite. :) Ich glaub, ich bin im Paradies.

08.02.2012
Da ich am Mittwoch frei hatte, kuemmerte ich mich um meine Impfungen für Malaysia. Also fuhr ich zur Impfklinik - super teuer. Nur um einen Arzt Fragen zu stellen, bezahlte ich schon $40 und für jede Impfung bezahlt man zwischen $50 und $100. Zum Glueck braucht man für Malaysia nicht wirklich geimpft werden. Also bekam ich nur eine gegen Typhus und einige Medikamente und war gleich mal $140 los.

Danach besuchte ich Kevin, den ich damals durch das Reptilebrutzenter kennen gelernt hatte. Kevin zog weiter raus auf’s Land und mietet nun ein Haus mit Blick auf Felder und ueber Huegel. Vor der Haustuer steht ein riesiger Baum mit einem Vogelhaus. Taeglich besuchen ihn die Voegel. Super schoen.

Am Abend hab ich mich dann ans Kochen von Senfeiern gemacht. Habe ich in Dtl immer gern gegessen, aber schon lang nicht mehr gemacht. Ist mir auch super gelungen, auch wenn der Senf hier ganz anders schmeckt.

11.02.2012 Samstag
Am Samstag nach dem Zouk Training fuhren wir dann zu Bunnings (Eisenwarenladen), und besorgten uns noch einige Dinge, die hier im Haus fehlten (Leiter – die Kuechenschraenke sind hier viel zu hoch, Gluehbirnen – seit Einzug sind 4 Birnen durchgebrannt, einen Bewaesserungsschlauch und einen Bistrotisch mit Stuehlen für die Terrasse. Nun koennen wir im Halbschatten gemuetlich draussen sitzen und essen.
Am Abend entschieden wir uns, mal wieder ins Kino zu gehen (wir haben noch immer kein Fernsehen und so langsam gehen uns die DVD’s aus). Zum Glueck ist hier alles um die Ecke. Also kauften wir uns ueberteuertes Wasser und ein Eis und schauten uns ‚Safe House’ an, waren aber ziemlich enttaeuscht von. Nicht zu empfehlen. Sobald der Film startet, kann man sich denken, wie es ausgeht und wer der Boesewicht ist. Langweilig!
Nachdem der Film dann zuende war, verbrachten wir noch etwa eine halbe Stunde in der Spielhalle nebenan und verspielten ein paar Dollar an ein paar Spielen.

12.02.2012
Da Johan am 14. (Valentine’s Day) wieder Training hat, ueberraschte er mich am Sonntagmorgen mit einem Fruehstueck im Bett – Eier auf Toast, Chai-Latte und einer aus unserem Garten gepflueckten Rose. So suess.
Danach fuhren wir ins Einkaufzenter, da ich noch einen Reisekoffer brauchte. Waehrend wir so durch die Laeden spazierten, fanden wir ein paar DVD’s ueber Reisen und Essen. Also kauften wir uns eine DVD ueber Malaysia. Johan wurde sehr aufgeregt, als er all die verschiedenen Gerichte wiedersah, die er schon so lang nicht mehr essen konnte. Ich glaube, er freut sich mehr auf Malaysia als ich. Nur wegen des Essens. lol
Zum Mittag gingen wir dann in ein Restaurant namens ‚Fridays’, wo wir mexikanisch assen. Super lecker.

Ich bin schon super aufgeregt. Nur noch vier Mal Schlafen, dann steigen wir schon in den Flieger nach Penang. Die Hochzeit ist angeblich ueber drei Tage. Schon am Freitagabend muessen wir zu einem Dinner. Werde ich dann aber ausfuehrlich erzaehlen, wenn ich nach neun Tagen wieder zurueck bin. Kann es kaum erwarten, durch die verschiedenen Maerkte zu spazieren und die verschiedenen Gerichte zu probieren…

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