Samstag, 10. Oktober 2009

Melbourne erreicht...

09.10.2009
Mein Wecker klingelte bereits um 7:30 Uhr und nachdem ich dann auch all meine Sachen gepackt hatte, ging ich runter zum auschecken. Ich ließ mir von der Rezeption bei der Buchung eines Zimmers in Melbourne helfen. Da ich ja meinen Lonely Planet Reiseführer dabei habe, in dem einige Hostels beschrieben sind, wurde ich schnell fündig. Ich lass nur „sonntags Pancakes kostenlos“ und wusste, das ist mein Hostel!!! Joe rief dort an und fragte nach einem Zimmer. Leider war da nur noch ein Bett in einem 16-Bett-Raum frei. Ohne wirklich drüber nachzudenken (das Hostel soll auch eine super Lage haben), sagte ich zu. Nun hatte ich einen ganzen Tag rumzukriegen, da mein Bus ja erst acht Uhr abends fuhr. Draußen war es noch immer sehr windig und allein wollte ich nicht noch mal in die Stadt gehen. Da kam dann plötzlich Isabella (meine andere Mitbewohnerin) runter. Wir beschlossen zusammen zu frühstücken und dann auf den Sydney Tower zu gehen (für mich zum dritten mal). Auf dem Weg dahin, fing es auch noch zu regnen an. Zum Glück konnten wir uns rechtzeitig in eine Kirche retten. Als der Regen nachließ – es waren auch nur noch ein paar Hundert Meter – machten wir uns auf den Weg. Nur noch eine Straßenkreuzung entfernt, fing es erneut an, wie aus Eimern zu regnen. Die Ampel war rot, also stellten wir uns einfach mit unter einen Regenschirm eines jungen Mannes – der das allerdings nicht sehr schlimm fand…

Oben auf dem Tower angekommen, mussten wir feststellen, dass auch hundert Andere die gleiche Idee hatten. Zum Glück gibt es zwei Attraktionen, so dass wir uns auf den OzTrek begaben. Das ist quasi ein Rundum-Kino mit Flugsimulator und sie zeigen einem ein paar wunderschöne Orte in Australien. Echt süß gemacht. Nach dem Rundflug, war die Menschenmasse auch verschwunden und wir konnten ohne Stress auf den Tower rauf. Das witzige ist, wenn man sich im Fahrstuhl befindet (es gibt zwei davon), kann man per Kamera in den Anderen schauen. Und wenn man dann winkt, schauen die Anderen meist erst ganz verwundert. Aber ich hab noch keinen beim Nasepopeln erwischt. ;-)

Als wir dann oben die Aussicht genießen wollten, fing es wieder an zu Regnen und sogar Nebel zog auf. Wir trauten uns gar nicht mehr runter, denn wir hatten ja noch einen Rückweg von etwa dreizig Minuten vor uns. Uns wurde beiden kalt, bei dem Gedanken, dort gleich wieder raus zugehen. Ich erklärte Isabella, dass wir nur Positiv denken mussten – „Wenn wir unten ankommen, scheint die Sonne!“ – dann wird das auch wahr. Sie glaubte mir nicht ganz, doch als der Fahrstuhl unten stoppte und wir die Strasse betraten, schien tatsächlich die Sonne und auch unser gesamter Rückweg blieb trocken. Das nenn ich mal „Kraft der Gedanken!“

Zurück im Hostel, blieb mir nicht mehr allzu viel Zeit. Schnell noch ein paar Nudeln mit Pesto gemacht und ein super nettes Gespräch mit Isabella geführt, dann musste ich schon los zum Zug. Leider hielt die „Kraft der Gedanken“ nicht sehr lange an, denn ich musste im starken Regen raus. An der Haltestelle brauchte ich dann einige Minuten, um mich zurecht zu finden – meine Erkältung ist da nicht sehr förderlich! Mir fällt es momentan sehr schwer zu reden, mein Hals schmerzt und ich muss fast ununterbrochen husten. Daher kommt es, dass ab und zu meine Stimme weg ist. Doch ich kam rechtzeitig an der Bushaltestelle von Greyhound an, wo bereits schon andere warteten. Ich bekam eine Sitznachbarin - Amanda aus U.K. (man, ich werd immer besser mit dem Namen merken!!!) Hinter mir saß ein Mädel aus Deutschland, leider haben wir vergessen, uns vorzustellen. Sie hat leider nur etwas über sieben Wochen, um den größten Teil von Australien zu „erobern“. Ich fand’s aber super, dass sie auch darauf bestand, nur englisch zu sprechen. Als die Fahrt begann, bekamen wir es alle mit der Angst zu tun. Wir wussten nicht woran es lag – Bus oder Fahrer – aber jedes mal, wenn der Fahrer anfahren wollte, ruckelte der Bus nur ein paar mal, dann ging er aus. Wir rechneten schon mit dem Schlimmsten, aber nach etwa 15 Minuten bekam er das in den Griff.

Da die Luft im Bus super schlecht war, ging es mir dementsprechend noch schlechter. Ich bereute schon die Fahrt. Es wär sicher besser gewesen, mich erst auszukurieren und dann weiter zu fahren. Aber nun war es zu spät!

10.10.2009
Obwohl ich es liebe, mit Bussen zu reisen, konnte ich diese Fahrt ganz und gar nicht genießen und als wir Melbourne endlich um acht Uhr morgens erreichten, sehnte ich mich nur noch nach einem Bett. Im Hostel angekommen, durfte ich gleich mein Zimmer beziehen (normalerweise ist erst ab zehn Uhr check-in) und ich bekam doch noch mein Bett in einem 4-Bett-Zimmer (Lucky Me!!!) Da noch Frühstückszeit war (ist auch kostenfrei), entschied ich mich dazu, noch schnell einen Happen zu essen. Dann schleppte ich mich rauf ins Zimmer und schlief den ganzen Tag. Zum Glück waren die Mädels auf meinem Zimmer gestern Abend aus, sodass sie auch schliefen und ich meine Ruhe hatte. Sollte es morgen nicht besser sein, werde ich wohl einen Arzt aufsuchen müssen…

Freitag, 9. Oktober 2009

Stopover in Sydney nach Melbourne

06.10.2009
Heute scheint wieder die Sonne und es ist echt schön warm. Eigentlich wollte ich mich heute ausruhen (ich weiß Paps, dass ich das wirklich tun sollte), aber Ross erzählte uns von einem wunderschönen Track, der an einem Wasserfall enden sollte. Also machten wir uns in einer Gruppe von etwa 10 Leuten auf. Da Andrew aus Amerika und Robert aus Deutschland ein Auto haben, konnten wir uns die Busfahrt sparen. Nach einem zwanzigminütigen Fussmarsch bergab, erreichten wir den Minehaha Wasserfall, der in einen kleinen See mündete. Wir standen in einem kleinen Paradies umgeben von Steilwänden und Bäumen. Das Wasser war natürlich super kalt, aber dennoch wagten sich alle unter den Wasserfall für ein exklusives Foto.

Um mich aufzuwärmen, als wir zurück waren, gesellte ich mich wieder raus ans Feuer. Diesmal waren nur einige der Jungs draußen (Ross, Brian, Andrew, Taylor, …). Es war echt hart für mich, immer im Thema zu bleiben. Jeder kam aus einem anderen Land (Amerika, Canada, Irland, Australien) und hatte einen anderen Dialekt. Irgendwann kam Andrew darauf, dass es toll wäre, jetzt ein paar Marshmallows zu brutzeln (es gibt auch noch andere MarshmallowsSüchtige!!!) Also machten wir uns auf den Weg zu Coles und kauften Kekse, Marshm. und Schokolade (ist wohl eine amerik. Spezialität – Keks, heißer Marshm., Schoki, Keks). Zurück am Feuer, entwickelten wir einige kuriose Grillmöglichkeiten und das war eine echte klebrige Schweinerei…

Als mir die Kälte trotz loderndem Feuer in die Glieder kroch und ich keine Marshm. mehr sehen konnte, ging ich schlafen.

07.10.2009
Mein letzter Tag in den Blue Mountains! Damit ich noch einiges schaffe, bin ich schon früh hoch. Dadurch traf ich noch mal auf Robert, der mir erzählte, dass er heute zurück nach Sydney fahren wollte. Er bot mir an, mich mitzunehmen – LUCKY ME!!! Während ich noch schnell ein paar Bilder für euch hochgeladen habe – es war super kalt im Wohnzimmer – beschloss ich Feuer zu machen. Also bin ich raus, um Holz zu hacken, was mehr oder weniger gelang. Dann belud ich den Kamin und entfachte ein kleines Feuerchen (was sie nicht alles kann, was?) Ross, der Besitzer des Hostels, kam gerade rein und meinte, dass ich super geeignet wäre für Woofing (arbeiten in Hostels für kostenfreie Unterkunft) und dass ich doch bleiben sollte. Da ich mich hier super wohl gefühlt habe, werde ich bestimmt wiederkommen. Als ich ins Büro ging, um zu bezahlen, erfanden Ross, Alex und Ric (Besitzer, Woofer) die Kompetition „der beliebteste Gast im Zelt / im Zimmer“ und entschieden, dass ich mit 8 von 10 Punkten (im Bereich „Zelt“) gewonnen habe. Mein Preis war eine Mischung aus alten Kosmetikartikeln, einem Teelicht und einem Scharnier. Als ich meine Reisetasche in den Flur wuchten wollte (wird ja irgendwie nicht leichter – komisch), griff sich Ric meine Tasche und fragte: „Sie checkt ein, richtig?“ und Ross antwortete nur trocken: „Ja, sie bekommt Zimmer Nummer 2!“ Echt süüüüüüß, die wollten mich gar nicht gehen lassen.

Kurz nach drei Uhr nachmittags, machten wir uns dann auf den Weg. Wobei wir echt Angst hatten, nicht in Sydney anzukommen, da der Wagen eine Rostlaube war und bei jedem komischen Geräusch sahen wir uns erschrocken an. Drei Stunden später erreichten wir dann aber doch Sydney – im Regen!!! Nachdem wir den Wagen (der nur gemietet war) abgegeben hatten, trennten sich unsere Wege wieder. Robert fährt nach Byron Bay und ich machte mich auf den Weg ins Jolly’s Swagman, mein altes Hostel. Leider sind einige schon wieder weg, aber der größte Teil ist noch da, momentan aber noch arbeiten. Also, wartete ich noch ein Weilchen…

Ich verzog mich also in mein Zimmer, um mich etwas auszuruhen und entdeckte gleich, dass Lara noch immer im Zimmer wohnte. Sie zog ein, als ich vor einer Woche auszog. Ich wusste allerdings nicht, ob ich mich darüber freuen sollte oder nicht. Denn als nur wenige Minuten später die Tür aufging, Lara rein kam und mich erkannte, sprang sie ohne zu fragen auf mein Bett und fing an zu erzählen, was sie so alles erlebt hat – welche Familien sie kennen gelernt hat (will als Nanny arbeiten), was für Jungs sie bereits kennen gelernt hat und wie süß die doch sind. Ihre Stimme ist sehr hoch, sie hat lange blonde Haare und wirkt leider nicht sehr helle. Ich ließ mich dazu breitschlagen, mit ihr auszugehen, nahm aber Travis aus Neuseeland mit. Wir machten uns auf zur World Bar, die allerdings recht leer war. Nach etwa einer Stunde machten wir uns wieder auf den Rückweg.

08.10.2009
Um meiner Erkältung etwas entgegen zu wirken, schlief ich bis Mittag - fühlte mich aber nicht wirklich besser. Da es heute so richtig unangenehm windig ist und ich mich dazu entschlossen habe, gleich weiter ins kalte Melbourne zu reisen, machte ich mich auf in die Stadt, um eine etwas dickere Jacke zu kaufen. Lara begleitete mich. Leider ist Sydney – entgegen jeder Erwartung – keine Shoppingstadt!!! Daher war meine Ausbeute eher rar… Ein super süßes rotes Ausgehkleid und ein süßes Shirt. Beides wird mich hier nicht warm halten, aber vielleicht hab ich in Melbourne mehr Glück.

Zurück im Hostel, kümmerte ich mich erstmal um meine Weiterreise. Ich buchte die Busfahrt mit Greyhound für acht Uhr morgen Abend. Dann packte ich mich vor den Fernseher. Joe hatte heute dienst (Rezeption ist 24 h besetzt) und irgendwann kam er rüber und erklärte mir stolz, dass er letztes Wochenende deutsch gelernt hat. Er hat sich von seinem Vater eine Lernkassette geborgt und fleißig geübt. Sätze wie „Ich möchte bitte eine Tasse Tee! – Mit Zucker oder Zitrone? – Mit Zucker bitte! Danke. – Auf Wieder sehen! – Auf Wiedersehen!“ oder „Wo ist bitte die Post? – Erste Strasse links. – Danke sehr. – Bitte sehr. – Auf Wiedersehen! – Auf Wiedersehen!“ gab er zum Besten. Und nach jedem kurzen Thema sagte er – wie es auf den Kassetten immer der Fall ist – „Auf Wiedersehen!“ Echt niedlich. Da ich nächsten Morgen bereits um neun Uhr morgens ausgecheckt haben muss, ging ich bald ins Bett.

Montag, 5. Oktober 2009

Was für ein Unwetter... und ich war mittendrin, statt nur dabei!!!

05.10.2009
Ich ging Mitternacht ins Bett (naja, Bett kann man das ja nicht nennen – Zelt!!!), während unsere Neuankömmlinge aus Frankreich noch immer in der Chill-Out-Hut mit Musik und viel Alkohol feierten. Ich erwähne das hier nur, weil ich mich für das Zelt entschieden habe, weil es so schön ruhig ist und mein Zelt direkt neben dieser Hütte steht. Ich wartete etwa ein oder zwei Stunden, da ich hoffte, irgendwann wird denen bewusst, dass sie Rücksicht auf die anderen Mitbewohner nehmen sollten. Doch als es lauter wurde statt leiser (sie fingen an, die Lieder lauthals mitzusingen, in schiefen Tonlagen natürlich) und mein höchstes Nerven-Level erreicht war, pellte ich mich aus meinem Schlafsack und ging raus in den Regen – müde, abgekämpft und mit heiserer Stimme, da meine Erkältung immer schlimmer wird!!! Nachdem ich die Gruppe bat, ihre Feier zu vertagen und den Rückweg zum Zelt antrat, wurde die Musik noch einmal laut aufgedreht (unterstützt mit schrägem Gesang natürlich), doch dann wurde es von Minute zu Minute leiser. Eine halbe Stunde später etwa, gingen sie endlich zu Bett und ich konnte schlafen.

Als ich gegen neun Uhr morgens wach wurde, war mir super warm und ich dachte nur: „Mist, jetzt hast du auch noch Fieber!“ Ich öffnete die Augen und bemerkte, dass nicht nur der Regen aufgehört hatte, sondern auch die Sonne schien. Nach so vielen Tagen voller Regen und Nebel, endlich wieder Sonnenstrahlen. Yippy!!!

Ich pellte mich schnell aus meinem Schlafsack, sprang unter die Dusche, frühstückte und hatte dabei ein super spannendes Gespräch mit einem Pärchen (er ursprünglich aus Südafrika, sie ursprünglich aus Russland, leben jetzt seit Januar in Newcastle an der Ostküste von Australien). Danach machte ich mich auf den Weg nach Echo Point (zum vierten mal, aber diesmal mit 99 %iger Sicherheit erfolgreich, da der Nebel weg war). Dort angekommen, hatte ich einen super schönen Blick über die Blue Mountains – die Sonne schien noch immer! Ich entschloss mich dazu, mich auf einen ein-Stunden-walk zu den Katoomba Wasserfällen zu begeben. Das hieß wieder Treppen hinauf und hinab, über Steine, über kleine Wasserläufe hinweg. Leider achtete ich nicht auf das Wetter und als ich den Wasserfall erreichte, bemerkte ich, dass über das Tal der Blue Mountains ein super Unwetter in meine Richtung zog. Nun hieß es Füße in die Hand und zurück. Das Unwetter war allerdings schneller als ich und ich lief mitten hinein. Es goss wie aus Eimern, es blitzte super hell und lang und es donnerte daher umso stärker und lauter. Ich bekam echt Panik! Immerhin bewegte ich mich auf dem Berg, auf dem Pfad am Rande der Klippen, manchmal auf freier Fläche, manchmal mitten zwischen Bäumen. Als ich schon komplett durchnässt war und den Abstand zwischen Blitz und Donner zählte (Blitz – 21, 22, 23 – Donner), erreichte ich eine kleine Höhle, in der schon ein paar Leute Unterschlupf gefunden haben. Ich gesellte mich dazu und wartete, bis das Unwetter über uns rüber gezogen war. Während ich wartete, vielen Hagelkörner hinab und irgendwo ganz in der Nähe schlug der Blitz mit Krawall ein.

Das Unwetter zog weiter, der Regen lies nach und als ich wieder Echo Point erreichte, hatte ich einen super Ausblick auf das Tal (mit vielen kleinen Wölkchen). Ich ging noch ein paar kleinere Pfade, aber beschloss dann, zurück zu gehen. Die nassen Klamotten waren nicht gerade förderlich für meine Erkältung. Mit Musik in den Ohren, spürte ich die Kälte gar nicht mehr und auch die halbe Stunde Fussweg, kam mir wie ein paar Minuten vor. Ich freute mich, dass ich dieses Unwetter miterlebt und „überlebt“ hatte (ein wahnsinns Naturschauspiel) und lief mit einem super breiten Grinsen zurück (alle die mir begegnet sind, müssen gedacht haben, ich sei vom anderen Stern!!!).

Sonntag, 4. Oktober 2009

vom Nebel verschlungen...

Während wir also gestern darauf warteten, dass die Pasta fertig wird, zückten wir nochmal die UNO-Karten und spielten zu zehnt UNO-Extreme. Jede Runde kamen neue bescheuerte Regeln dazu, so dass am Ende alle verwirrt waren, was nun erlaubt war und was nicht. Dann rief Ross zum Abendessen und es gab lecker Pasta und danach selbst gemachten Apfelkuchen mit Icecream. Da sich fast alle im Wohnzimmer versammelt hatten, entschlossen wir uns nach dem Abendessen dazu, Schirade (Begriffe nur mit Panthomine erklären) zu spielen. Wir bildeten zwei Gruppen mit je acht man – das Thema war Australien – und dann ging es ans Raten. Ich war gar nicht so schlecht im Raten, mein Problem lag eher darin, Panthomine vorzuführen. Nach einigen Runden war ich dann echt ermüdet (man muss ja die englischen Begriffe kennen, das ermüdet), daher schnappte ich mir meine Marshmallows und verzog mich nach draußen zum Feuer.

04.10.2009
Heute Nacht wurde die Uhr um eine Stunde weiter gestellt. Nun sind wir euch also schon neun Stunden voraus.
Mein Tag begann heute erst sehr spät – 12 Uhr pellte ich mich aus meinem Schlafsack! Der Nebel war größtenteils weg, aber es regnete noch immer stark und der Wind war super unangenehm. Für ein (kostenloses) Frühstück war es mal wieder zu spät, also mussten öde Choco Pops herhalten. Da meine Erkältung irgendwie nicht weggehen will (brauch wohl Mama’s Pflege), verzog ich mich mit einer heißen Tasse Tee auf die Couch und schmökerte in einem Buch, das mir Kathrin (die Kanadierin aus dem Sydney Hostel) geliehen hatte. Ein echt gutes Buch „Lovely Bones“, indem ein junges Mädchen, welches ermordet wird, ihre Geschichte erzählt (ihr Leben vor dem Mord und das Leben der Zurückgebliebenen danach).

Gegen drei Uhr bin ich dann doch noch mal raus gegangen. David aus Kanada schloss sich mir an. Erst ging es in ein süßes Seitenstrassencafé, auf eine heiße Schokolade und dann sind wir noch mal zum Echo Point Lookout gelaufen. Da der Nebel nachgelassen hat, hofften wir nun doch noch endlich einen Blick ins Tal werfen zu können. Doch als wir ankamen, lag der Lookout (aber auch wirklich nur der Lookout, rechts und links die Strassen waren frei) verborgen im Nebel! Irgendwer wollte uns da wohl ärgern. Nichtsdestotrotz begaben wir uns zum „Giant Stairway“ für einen walk an den „Three Sisters“ hinab. Der Name „Giant“ sagt eigentlich schon alles!!! Man startet oben an dem „Three Sisters“ und begibt sich etwa 540 Meter – aber im zig zag hinab. Der Weg besteht aus sehr steilen großen Stein- bzw. Metallstufen (!!! rund 1000 Stufen !!!) und führt runter zum Federal Pass. Von hier aus ging es weiter, direkt durch den Regenwald, auf schmalen Pfaden – immer an einer steilen Klippe – über kleinere Wasserfälle hinweg, bis zum Leura Forest. Als wir an einem etwas größeren Wasserfall ankamen und ich einen Blick auf die Uhr erhaschte – es war kurz vor 18 Uhr – beschlossen wir, lieber wieder umzudrehen, da es bald dunkel werden würde. Wir wussten nicht genau, wo dieser Pfad hinführte und wann er uns aus dem Tal wieder raus führen würde. Aber zurückgehen bedeutete auch, die über tausend steilen Stufen, auf einer Strecke über 600 Meter wieder hinauf zu laufen…!!! Ich mit meiner Erkältung musste nach jeweils 20 Stufen immer wieder eine Pause einlegen. Als ich endlich wieder oben ankam, beschloss ich, nie wieder mehr in meinem Leben Treppen zu steigen – ab heute waren wir Feinde!!!

Zurück in Katoomba, begaben wir uns in ein altertümlich wirkendes Restaurant namens Common Ground Cafe. Super süß eingerichtet, alles in Holz gehalten, mit niedlichen Verzierungen auf Tischen, Wänden und Stufen. Hier gab es für mich eine Kürbissuppe und eine heiße Schokolade zum Aufwärmen.

Zurück im Hostel - der Rückweg fühlte sich wie ein Winterabend (kalt, nass, ungemütlich) in Deutschland an – packte ich mich wieder vor den Kamin und ließ den Tag mit meinem Buch ausklingen...

Samstag, 3. Oktober 2009

Magie der Blue Mountains...

28.09.2009
Nachdem ich nun meinen Lebenslauf nicht fertig bekam, da mein Kopf ja doch mehr ein Sieb als ein Erinnerungsaufbewahrungsplatz ist, machte ich mir einen gemütlichen ruhigen Tag mit den Leuten vom Hostel. Da wir derzeit ein sehr gemischter Haufen sind (Deutsche, Kanadier, Franzosen, Engländer, Australier,…) und jede Nation gleichstark vertreten ist, bilden sich mehr und mehr Gruppen und jede Nation ist unter sich. Da ich aber nicht hier her gekommen bin, um mit Deutschen deutsch zu reden, gesellte ich mich zu den Anderen. Da ich mich nicht entscheiden konnte, wie es weitergehen sollte (ab Mittwoch wäre ich ja „obdachlos“, da das Hostel auch ausgebucht war), entschied ich mich zu einer Blue Mountains Tour am Mittwoch mit einer Übernachtung dort vor Ort. Drei deutsche Jungs wollten sich mir anschließen. Also ging ich früh ins Bett, um die Tour am nächsten Morgen gleich buchen zu können. Schnell Zähne geputzt und noch mal runter zu den drei Jungs, Bescheid geben, damit die morgen früh auch ja nicht verschlafen. Ich traf nur auf ihre Mitbewohnerin Paradiese von Amerika, die Jungs waren nochmal ausgegangen und ich dachte mir schon, dass ich sie dann nächsten Morgen wecken muss. Paradiese ist eine echt niedliche Person und sehr redefreudig. Aus geplanten zehn Minuten quatschen, wurde schnell eine Stunde, bis ich mich endlich verabschieden konnte. Ich klebte schnell noch einen großen A4-Zettel für die Jungs an die Tür und ging dann hoch. Oben angekommen, traf ich auf Ashley, der an dem Abend auch wieder sehr redefreudig war und ich verwarf das Ziel endgültig, früh ins Bett zu kommen. Hinter ihm kam ein junges Mädchen – stark betrunken – die Treppe hoch und setzte sich gegenüber von meiner Tür mitten im Flur auf den Boden und schlief ein. Wir telefonierten mit der Rezeption, dass jemand hochkommen sollte, um sie ins Bett zu bringen (sie wiegt etwas mehr!!!) Etwa zehn Leute kamen die Treppe hoch, darunter einer der Iren, der sich vor sie stellte und anfing, lauthals zu singen. Doch sie wachte nicht auf. Wir mussten ihr erst einige Backpfeifen geben, dann kam sie wieder zu sich und wir konnten sie ins Zimmer „schleppen“!

29.09.2009
Ich war pünktlich wach, aber die Jungs schliefen natürlich noch und hatten auch den Zettel an der Tür nicht gesehen.
Neun Uhr morgens buchten wir dann unsere Tagestour und ich buchte eine Übernachtung in einem Hostel dort vor Ort namens „The Flying Fox“ in dem schönen Ort „Katoomba“. Dann zog ich mit Katrin los, um Schuhe zu kaufen. Da ich eigentlich nicht geplant hatte, wandern zu gehen, hab ich meine Turnschuhe Zuhaus gelassen. In der Georg St wurde ich dann schnell fündig und wir konnten es uns im Botanic Garden gemütlich machen. Nathalie schrieb mir, dass sie schon in Bayron Bay sei und zwei Mädels zum Reisen gefunden hatte. Da beschloss ich, ihr nicht mehr nachzureisen, da ich Bayron Bay von meinem ersten Besuch kannte und das doch schon eine ganze Strecke weit weg ist.

Für 17 Uhr war ich dann mit den deutschen Jungs im Hostel verabredet. Wir wollten uns ein letztes mal auf den Sydney Tower begeben und den Sonnenuntergang (diesmal ohne Wolken) und Sydney at night sehen. Der Sonnenuntergang über der Stadt ist einfach unglaublich schön. Alles leuchtet in einem Orangeton. Wir versuchten, den Sonnenuntergang und die vorüber fliegenden Flugzeuge gleichzeitig einzufangen, was mir dank meiner neuen hightech Kamera sehr gut gelang. Die beiden Jungs sind super nett, aber ständig durch den Wind und völlig verplant. Hier zwei Anekdoten…
1) Einer der beiden schaut durch’s Fernglas und versucht einem Flugzeug zu folgen. Der Andere (David) merkt aber an, dass er dem Flieger nicht folgen kann, da der Fensterpfeiler die Sicht versperrt. Dann stellt sich David ans Fernglas und schaut durch und bringt folgenden Satz: „Ich kann gar nichts sehen – alles dunkel. Das Ding ist kaputt!“
2) Ich hatte den beiden heute auch schon mehrfach gesagt, dass heute „Pizza and Beer Night“ im Hostel ist. So auch noch mal, als wir den Lift runter nahmen. Unten angekommen, kommt doch tatsächlich von einem der Jungs: „Ich hab Hunger. Vielleicht sollten wir jetzt was Essen gehen?!“

Nach unserem Marsch zurück ins Hostel, waren wir aber auch super hungrig. Die Pizza’s standen auch schon auf dem Küchentisch und wir ließen es uns schmecken. Gegen 21 Uhr entschieden Katrin uns ich uns dazu, doch noch ein letztes mal zusammen auszugehen. Uns schlossen sich die beiden Jungs (GER) und zwei Mädels (GER) an. Also machten wir uns auf in die „World Bar“, wo wir freien Eintritt und ein paar Freigetränke erhielten. Die Musik war diesmal super und der Laden war auch nicht zu überfüllt. Also begaben wir uns auf die Tanzfläche. Später tauchten noch Paradiese (USA) und Tobi (GER) auf und ich unterhielt mich mit einem Jungen namens Page (aber ich weiß nicht mehr, woher er kam – glaub England). Eigentlich wollte ich nur ein paar Stunden bleiben und spätestens Mitternacht abhauen, da ich ja die Tour Morgen vorhatte, aber erst gegen etwa zwei Uhr morgens, begab ich mich auf den Rückweg. Die Musik war einfach super…

30.10.2009
Mein Wecker klingelte erbarmungslos an dem Morgen um 6:30 Uhr und nachdem ich meine Augen nur noch mal für einen kleinen Moment schließen wollte, kam zehn Minuten später ein Kissen von Katrin geflogen – zum Glück, denn ich war schon wieder tief und fest eingeschlafen. Nach einem schnellen Frühstück, hab ich mich noch von den meisten verabschieden können. Der Bus sollte uns 7:45 Uhr abholen, doch als er zehn Minuten später immer noch nicht da war, wurde ich langsam nervös. Ich fragte an der Rezeption nach, ob wir draußen vor der Tür warten sollten und Grant meinte, wir hätten bis vor an die Kreuzung gehen müssen, da wäre der übliche Abholpunkt. Oh nein, dachte ich nur. Jetzt haben wir den Bus sicher verpasst. Doch in dem Moment kam Scott, unser Tourguide, durch die Tür marschiert. Glück gehabt!!!

Wir holten noch ein paar andere Leute von ihren Hotels ab und begaben uns dann Richtung Blue Mountains. Unser erster Stop war am Nepean River, wo es Kekse und Tee gab. Hier lernten wir auch unsere Mitreisenden etwas besser kennen. Mal wieder viele Deutsche, ein paar Amerikaner, Brasilianerinnen und ein paar Japaner. Dann ging es weiter zum „Kings Tableland“, wo wir – laut Prospekt – am besten Platz wären, um die Wildnis der Blue Mountains zu bewundern. Wir standen also am Rand der Klippen – ohne schützendes Geländer – und genossen die herrlich blaue Farbe der Berge. Übrigens haben die Blue Mountains ihren Namen bekommen, weil sie wirklich blau schimmern, was von den Ölabsonderungen der Eukalyptusbäume kommt. Wir machten uns wieder auf und fuhren zur „Scenic World“, wo wir per „Cableway“ (Gondel) ins Tal hinab fuhren, dann einen Spaziergang durch den Regenwald machten, um dann wieder mit der Scenic Railway (ähnlich wie ein offener Zug) nach oben zu fahren (Steigung von etwa 50%). Von hier aus kann man auch die bekannten „The Three Sisters“ sehen. Nach dem Mittagessen in einem kleinen Örtchen namens Leura, setzte mich Scott am Bahnhof ab, wo ich nach zwei Stationen Katoomba erreichen sollte. Während ich so durch die Strassen von Katoomba lief (gute Entscheidung, einen Rucksack mit Rollen zu kaufen!), war ich etwas enttäuscht und froh, nur eine Nacht hier gebucht zu haben. Katoomba ist eine Stadt mit rund 7700 Einwohnern, bergigen Strassen und niedlichen kleinen aneinander gereihten Häusern. Ich erreichte nach etwa 10 Minuten das Hostel „The Flying Fox“ (super niedliches Häuschen von außen) und wurde von einem Engländer namens Alex empfangen. Er erzählte mir einiges und machte irgendwelche Witze (vermutlich darüber, dass doch kein Zimmer frei sei), aber durch seinen Akzent und seiner schnellen Sprechweise, hab ich rein gar nichts verstanden. Ich zog in ein gemischtes Sieben-Bett-Zimmer und bekam – zum Glück – wieder ein Bett ganz oben im Doppelstockbett. Hier im Hostel haben etwa 30 Leute platz (140 waren es in Sydney), Frühstück gibt es hier auch gratis dazu und ich kann das Internet frei nutzen (einzig blöde Regel ist, keine Laptops im Aufenthaltsraum nach sechs Uhr Abends – zur Förderung von Gesprächen). Da es hier gegen 17 Uhr dunkel wird, wird hier jeden Abend draußen ein Lagerfeuer angezündet, wo sich fast alle drum herum versammeln. Ich führte super nette Gespräche, verabredete mich gleich mit zwei Engländern für den nächsten Tag zum Wandern und trank dazu ein Glas Glühwein. Es ist hier super familiär und jeder ist dran interessiert, alle kennen zu lernen. Nach einem Mitternachtssnack und der Entscheidung, doch für länger zu bleiben, ging ich gegen zwei Uhr morgens dann in mein Bett.

01.10.2009
9:30 Uhr – nach einem typischen Frühstück, bestehend aus Müsli oder wabbeligem Toast – machten wir (Luc, James und ich) uns dann auf den Weg nach Blackheath, um einige Tracks durch/entlang des „Grand Canyons“ zu gehen. Beginnend vom Evans Lookout begaben wir uns auf einen Track über Felsen, durch einen Fluss, über aufsteigende und hinabführende Stufen bis zum Beauchamp Wasserfall, wo der weiterführende Track leider gesperrt war. Nach diesem etwa zweistündigen harten Marsch, kühlten wir uns unter dem Wasserfall ab und begaben uns dann wieder auf den Rückweg. Als wir den Startpunkt wieder erreichten, waren wir super froh und stolz auf uns. Glaubt nicht, dass das ein Spaziergang mit vielen Pausen war. Luc ist super sportlich, James hielt super mit und wir marschierten mit schnellem Schritt den Track entlang. Die meiste Zeit über ging es steil bergauf oder steil bergab. Meine Waden schmerzten, aber ich war super froh, den Track gemacht zu haben. Nach so langer Zeit ohne Sport, war das richtig wohltuend. Wir entschlossen uns, noch einen weiteren Track – Cliff Top Track - zu gehen. Dieser Track führte am Rand der Klippe entlang, wobei die Sonne die meiste Zeit gnadenlos auf uns runter schien. Um den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen, beschlossen Luc und ich, alle Stufen auf dem Pfad hoch zu rennen (eigentlich waren wir schon vom ersten Track echt fertig, aber wir konnten keine Treppen mehr sehen und es ist anstrengender, sich Stufen langsam rauf zu quälen, als sie rennend zu erklimmen!) Wir hielten echt gut durch und liefen – etwa 1,5 Stunden – bis zum „Govetts Leap (Bridal Veil) Wasserfall“, wo wir uns wieder etwas erfrischen konnten. Eine halbe Stunde und weitere tausend Stufen bergauf später, erreichten wir den Parkplatz, wo unser Bus uns zurück nach Katoomba bringen sollte.

Gegen 17 Uhr erreichten wir das Hostel – durchgeschwitzt, mit schmerzenden Muskeln, aber glücklich – wo mir Ross (der Besitzer) mitteilte, dass sie doch kein Zimmer mehr frei hätten. Ihnen sei ein Fehler unterlaufen. Der Gedanke, mich jetzt noch auf nach Sydney machen zu müssen (meine Beine/Füße würden mich keinen Meter mehr tragen), ruinierte mir den Tag. Aber was nützt es, sich über die Fehlorganisation aufzuregen. Ändert ja doch nix. Also, ab unter die Dusche, danach sieht die Welt dann schon ganz anders aus!!! Und so war es auch. Als ich aus der Dusche kam, teilte man mir mit, dass ich doch ein Zimmer in einem acht-Bett-Zimmer bekommen könnte. Ich war überglücklich. Draußen begannen sie schon den Grill für ein leckeres BBQ vorzubereiten. Ich spendete also 3 $ für den Salat – Fleisch sollte jeder für sich selbst mitbringen, aber ich lauf heut nirgendwo mehr hin (!!!) – und setzte mich erstmal gemütlich ans Lagerfeuer. Wir sind hier eine Mischung aus Franzosen, Deutschen, Engländern, Kanadiern, Amerikanern, Chinesen, Australiern und einem Mädchen aus der Tschesch. Rep. Als ich so meinen leckeren Salat (Gemüse-, Nudel- und Kartoffelsalat) genoss, reichte mir James einen Burger, sodass ich doch noch zu Fleisch kam. Super nette Menschen hier!!! Bevor ich ins Bett gehen wollte, wollte ich noch für einen Moment den Kamin (!!!!!!) im Wohnzimmer genießen. Als ich gegen Mitternacht ins Bett ging, konnte ich kein Auge zumachen. Etwa drei Leute schnarchten lauthals im Chor. Nach einer halben Stunde rumwälzen und stöhnen (weil das Geschnarche nicht aufhörte), stand ich wieder auf und ging in die Sofaecke. Hier saßen zwei deutsche Mädels, die ebenfalls nicht schlafen konnten. Wir legten uns also zu dritt auf ein kleines Sofa und versuchten zu schlafen. Leider ist das Zimmer vom EXIT-Schild erhellt und man kann dem Brummen des Kühlschranks lauschen, da es hier keine Türen zur Küche gibt. Nach weiteren erfolglosen dreizig Minuten, stand ich wieder auf und ging mit meiner Decke nach draußen – den Sternenhimmel betrachten. Ich überlegte kurz, ob ich mich nicht einfach in die kleine Hütte legen sollte, in der wir immer am Feuer sitzen. Doch als ich da eine Minute saß, hörte ich irgendwelche Krabbelgeräusche ganz in der Nähe und ich schnappte mir meine Decke und lief schnell zurück ins sichere Haus. Also quetschte ich mich wieder auf die Couch und schlief irgendwann vor Erschöpfung ein.

02.10.2009
Sieben Uhr morgens stand dann Claire im Zimmer und warnte uns, dass Ross das gar nicht mag, wenn man im Wohnzimmer schläft. Also ging ich in mein Zimmer – das Schnarchen war nun auf ein lauteres Atmen reduziert – und schlief bis Mittag.

Als ich dann wach wurde, stellte ich fest, dass ich total erkältet war. Mein Kopf schmerzte, meine Nase lief, mein Hals schmerzte und meine Stimme war fast weg. Was für eine Nacht. Marie (Tschesch. Rep.) gab mir etwas Medizin, damit ich wenigstens in den Tag komme. Nach einem Frühstück - bestehend aus Nudeln, Tomatensauce und Käse – beschloss ich einen Couchtag mit Tee und Laptop einzulegen. Das Wetter war ziemlich mies - gestern noch Sonnenschein und 25/30°C, heute dicker Nebel und 12°C – daher hatten alle die Idee, sich mit dem Laptop auf’s Sofa zu setzen und das Internet brach zusammen. Also spielten wir „Schokostück-werfen-und-mit-dem-Mund-auffangen“. Ich warf, Alex versuchte zu fangen. Neben unzähligen Augentreffern, landete das Stück auch noch unzählige male auf dem Boden. Aber Alex wollte weiterspielen und schaffte es dann auch irgendwann, das Stück mit dem Mund zu fangen. Na lecker…!

Eine kleine Gruppe von sechs Leuten – inkl. mir – entschied sich dazu, zum Echo Point zu laufen (Fussmarsch von 30 Minuten). Normalerweise sieht man von dort aus die „Three Sisters“ und das riesige Tal der Blue Mountains, aber durch den Nebel kann man nur vereinzelt nahe stehende Bäume sehen und dahinter eine weiße Wand. Das war unglaublich. Die Sicht betrug keine 50 Meter. Da ich hier vorher noch nicht war, konnte ich mir nicht vorstellen, was ich denn ohne Nebel sehen könnte. Aber die Französin zeigte mir ein paar Bilder auf ihrer Kamera und zeigte dann immer in die Richtung. Ich werde wohl noch mal hier hin müssen, wenn ich freie Sicht habe. Als wir auf dem Rückweg waren, begann es auch noch zu regnen. Durchgeweicht erreichten wir dann unser Hostel und setzten uns zum aufwärmen an den Kamin und ich lass ein Buch. Als das Feuer draußen brannte, ging es wieder raus zu gemütlichen Gesprächen.

Diesmal war ich die letzte am Feuer, da ich mich mit einem kanadischen Jungen, David, über Unterschiede bzw. Gemeinsamkeiten zwischen Deutschland und Kanada unterhielt. War ziemlich witzig. Er war sehr überrascht und imponiert zu gleich davon, dass ich in Deutschland eine Feuerwehrfrau war. Er selbst will nach Rückkehr Berufsfeuerwehrmann werden. Wir ließen das Feuer dann irgendwann nur noch runter brennen und gingen dann ins Bett. Als ich die Tür zu meinem Raum öffnete und mir das Schnarchkonzert entgegen brummte, schnappte ich mir nur mein Kissen, schloss die Tür von außen wieder und begab mich nach draußen. Ich ging zum nächsten Zelt (für weniger Geld, kann man hier im Zelt schlafen) und legte mich dort schlafen. Während ich dem Rauschen des Regens lauschte, schlief ich ein.

03.10.2009
10 Uhr beschloss ich dann, auf zu stehen. Ich habe weder gefroren noch bin ich von Schnarchen aufgewacht. Endlich wieder eine erholsame Nacht. Da sich das Wetter aber noch immer nicht geändert hat – Nebel und Regen – entschied ich mich dafür, mich wieder auf die Couch zurück zu ziehen. Nach einem kurzen, dafür nassen, Spaziergang zum nächsten Supermarkt (brauche ja noch Marshmallows für heute Nacht am Feuer), spielten wir (hauptsächlich deutsche Mädels – wir nehmen überhand) Karten. Nun sitz ich noch immer auf der Couch, vor dem Kamin (mittlerweile haben sich hier fünfzehn Leute versammelt und es werden immer mehr – Mistwetter) und warte darauf, dass unser homemade Pastaabend beginnt. Und dann geht’s wieder raus vor’s Feuer und dann werden lecker Marshmallows gebrutzelt. „YAMMY!!!“

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